Klang meines Körpers

Am Donnerstag

Am Donnerstag Vormittag erlebte man die 9. Klasse der Mittelschule Marktheidenfeld sehr nachdenklich. Tanja Lovett, Lehrerin und Suchtpräventionsbeauftragte der Mittelschule Marktheidenfeld sowie Sylvia Bauer-Rotfus, Schulsozialarbeiterin, holten die eindrucksvolle Ausstellung „Klang meines Körpers“, Kreative Wege aus der Ess-Störung an die Mittelschule Marktheidenfeld. Alle 12 Klassen der Jahrgangsstufen 8 bis 10 besuchen abwechselnd die Ausstellung unter Anleitung der beiden Verantwortlichen jeweils drei Schulstunden lang. Gerade in der heutigen Zeit sind Essstörungen eine häufige Krankheit im Jugendalter. Der Anteil essgestörter Frauen an der Gesamtbevölkerung liegt zwischen 5 und 10% mit steigender Tendenz. Immer häufiger jedoch zeigen auch Jungen und junge Männer ein gestörtes Essverhalten. Genau da setzt Stefanie Lahusen, die Projektinitiatorin, an. Seit vielen Jahren bildet die musiktherapeutische Behandlung essgestörter Mädchen, Frauen, aber auch Jungs einen Schwerpunkt ihrer therapeutischen Arbeit. Lovett und Bauer-Rotfus besuchten bei ihr in Nürnberg  die Fortbildung zu diesem Thema und liehen die Ausstellung für 10 Tage beim bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit für die Mittelschule Marktheidenfeld aus. Innerhalb der drei Schulstunden erfahren die SchülerInnen zu Beginn sachliche Informationen über Bulimie, Magersucht und Bing Eating. Dazu werden immer wieder praktische Übungen eingebaut. Im Anschluss arbeiten die Schüler an der eigentlichen Ausstellung. Basis der Ausstellung sind Portraits von fünf jungen Frauen und einem Mann, die sich in einer musiktherapeutischen Gruppe kennen gelernt haben. Dort entstand auch die Idee, eine interaktive Ausstellung über Ess-Störungen zu konzipieren. Sie stehen stellvertretend für ganz viele Jugendliche und wollen ihre Erfahrungen teilen. Die Schüler können sich für eines der sechs Portraits entscheiden und näher in die Gefühlswelt der jeweiligen Person eintauchen. Jeder Jugendliche hatte eine spezielle Musik, die bei der Überwindung der Sucht half. Diese hören sich die Schüler über Kopfhörer an und versetzen sich so in die jeweilige Lebenswelt. Außerdem steht eine Schatzkiste vor jedem Portrait, in der ganz unterschiedliche Dinge zur Bewältigung der Sucht enthalten sind und entdeckt werden können. Alle Schüler sind bei der Sache und wirken nachdenklich, teilweise auch betroffen. Sylvia Bauer-Rotfus betont, „die Ausstellung soll Hoffnung machen und den Jugendlichen vermitteln, dass sie es schaffen können.“ Noch bis zum 12.12. durchlaufen die Klassen der Mittelschule Marktheidenfeld die Ausstellung.