Anonyme Alkoholiker

„Wo Alkohol Probleme macht, ist Alkohol das Problem.“

die anonymen Alkoholiker bei uns zu Gast

 

Die beiden letzten Freitage im April 18 waren besondere Freitage für die katholischen Schüler*innen der 10. und 9. Klassen: Karin (alle Namen geändert), Martin und Ernst von den Anonymen Alkoholikern waren unsere Gäste. Auch Petra und Anette, als betroffene Angehörige (beide verheiratet mit alkoholkranken Männern) waren dabei. Drei Schulstunden konnten wir miteinander verbringen.

Zunächst erklärten sie uns, was es mit dem „anonym sein“ auf sich hat: in der Selbsthilfegruppe redet man sich nur mit Vornamen an, alles andere wie Herkunft, Beruf, gesellschaftliche Stellung, Vermögen,... ist unwichtig. Alle verbindet, dass Alkohol ein Problem ist bzw. war und sie mit dem Trinken aufhören wollen. Um das zu schaffen, erzählen sie miteinander in regelmäßigen Treffen (meetings) ihre Lebensgeschichten. Und auch die bleiben anonym: nichts, was in der Gruppe erzählt wird, soll nach außen getragen werden.

Wer sind die Anonymen Alkoholiker?

Alkoholismus ist eine (Familien-) Krankheit, die jeden treffen kann. Sie verändert die Persönlichkeit des Abhängigen und zerstört Familien und Beziehungen. Die anonymen Alkoholiker sind eine Gemeinschaft von Männern und Frauen, die miteinander ihre Erfahrung, Kraft und Hoffnung teilen, um ihr gemeinsames Problem zu lösen und anderen zur Genesung vom Alkoholismus zu verhelfen. Die Angebote der AA sind kostenlos, ohne Mitgliedsbeiträge oder Gebühren. Die einzige Voraussetzung für die Zugehörigkeit zur Gruppe ist der Wunsch, mit dem Trinken aufzuhören. Die AA sind mit keiner Sekte, Konfession. Partei oder Organisation verbunden. Ihr Ziel ist es, nüchtern zu bleiben und anderen Alkoholikern zur Nüchternheit zu verhelfen.

Nachdem Doris uns einiges von der Gruppe AA erzählt hatte, lauschten wir alle gebannt den Lebensgeschichten unserer Besucher. Die meisten hatten schon als Jugendliche, mit 12, 13 Jahren mit dem Trinken angefangen und steckten über 30 Jahre und länger in der Sucht fest. Der Alkohol hatte sie fest im Griff, zerstörte ihre Gesundheit, ihre Beziehungen und veränderte ihre Persönlichkeit. „Ich war nur noch ein besoffenes Skelett“, erzählte Doris von ihrer schlimmsten Zeit. „Für meine Tochter war ich nur ein versoffenes Arschloch“, gab Albrecht zu. „Mein Mann hat unsere gesamte Firma versoffen,“, erklärte uns Moni, die mit einem Alkoholiker verheiratet war. „Ich hab schließlich bei der Polizei angerufen und ihn abholen lassen. Ich wollte mich und die Enkelkinder schützen“, ergänzte Rita.

Doch dann, als sie ganz unten waren, sind sie zufällig zu den AAs oder den Gruppen für Angehörige gekommen. Dort haben sie ihre Geschichte erzählen können, Wertschätzung und Respekt erfahren und gelernt, mit der Krankheit umzugehen und trocken zu werden. In regelmäßigen meetings in Marktheidenfeld, Würzburg oder Lohr bestärken sie sich darin, trocken zu bleiben und echte Freundschaften entstehen. Als trockene Alkoholiker, die sie heute sind, sind selbst winzige Restmengen Alkohol im Essen (z.B. Rotweinkuchen, Soßen...) oder Medizin gefährlich und können einen Rückfall auslösen.

In Schulen, Entzugskliniken oder auf anderen Treffen erzählen unsere Gäste ihre Geschichten und versuchen so, andere vor einem ähnlichen Schicksal zu bewahren.

 

5g Tafel

Essen, wo es hingehört -.

die 5g zu Besuch bei der Marktheidenfelder Tafel

 

 

Am Martinstag, den 8. November 2018 besuchten wir, die 5g gemeinsam mit unserer Lehrerin Tanja Simon, die Marktheidenfelder Tafel.

Und wir standen nicht mit leeren Händen da, im Gegenteil: gemeinsam schleppten wir übervolle Einkaufstüten, bis zum Platzen gefüllt mit Lebensmittelspenden von Zuhause in die Friedensstraße 42.

Doch was sind „die Tafeln“ überhaupt und weshalb war die Freude dort über unsere „Mitbringsel“ so groß?

 

Auf der Homepage der Marktheidenfelder Tafel findet sich dazu folgende Erklärung:

„Die Idee, die hinter den Tafeln steckt, ist bestechend einfach: Auf der einen Seite gibt es Lebensmittel, die im Wirtschaftsprozess nicht mehr verwendet werden können, aber qualitativ noch einwandfrei sind – beispielsweise aus Überproduktionen, zu großen Lagerbeständen und bei Sortimentswechsel, aber auch Brot und Brötchen vom Vortag, Lebensmittel kurz vor Ende des Mindesthaltbarkeitsdatums, falsch abgefüllte oder verpackte Ware, saisonale Produkte am Ende der Saison etc. Auf der anderen Seite gibt es auch in einem Land wie Deutschland viele Bedürftige, die diese Lebensmittel gebrauchen können: vor allem Arbeitslose, Alleinerziehende, Geringverdiener, kinderreiche Familien und Rentner. Die ehrenamtlichen Helfer der Tafeln bemühen sich hier um einen Ausgleich: Sie sammeln diese „überschüssigen“ Lebensmittel und geben sie an Bedürftige weiter – unentgeltlich oder zu einem symbolischen Betrag. Die Tafeln helfen so wirtschaftlich benachteiligten Menschen, eine schwierige Zeit zu überbrücken und geben ihnen dadurch Motivation für die Zukunft – und verhindern gleichzeitig, dass wertvolle Lebensmittel im Müll landen.“

Damit man bei der Tafel Lebensmittel bekommen kann, muss man zuvor bei der Stadtverwaltung einen Berechtigungsschein beantragen, das heißt, man muss nachweisen, dass man unter dem Existenzminimum lebt. In Marktheidenfeld ernährt die Tafel ungefähr 200 Familien, davon über 80 Kinder.

 

Aber die Tafel kann nur verteilen, was sie von den Geschäften oder an privaten Lebensmittelspenden bekommt. Darum war die Freude bei Frau Elli Liebler und ihrer Mitarbeiterin umso größer, als wir unsere Tüten auf dem Tisch entleerten. „Das können  wir gleich am Samstag verteilen, wunderbar“, schwärmte sie.

Die Führung durch die Räume der Tafel war für uns alle sehr beeindruckend und hat uns den Blick geöffnet, wie schnell bei uns abgelaufene Lebensmittel weggeworfen werden und wie viele Menschen davon noch leben können.

 

Wer mehr erfahren will, klickt einfach mal rein unter : www.marktheidenfelder-tafel.de

 

 

 

 

MS MAR wird FairTrade-Schule

Mittelschule wird Fairtrade-Schule

"Eine Reise um die Welt" - Anlässlich der Einweihung des Neubaus für den Ganztagesbereich boten die Klassen der Mittelschule in der Aula Infostände zu 18 Länder aus aller Welt. Sie repräsentierten die Vielfalt der Schülergemeinschaft. Dazu wurden landestypische Spezialitäten angeboten.

Die Klassen 9ma und 9mb hatten sich besonders intensiv auf diesen Tag vorbereitet, da das Schulfest den Rahmen zur Ernennung der Mittelschule als Fairtrade-Schule bot: Organisiert wurde wieder ein Verkauf der Fairtrade-Produkte. Auch auf die Weitergabe von Informationen, was Fairtrade
bedeutet und wie die Organisation arbeitet, legten die Klassen Wert. Über ein Quiz für Schüler, Eltern und Lehrer wurde dieses Ziel angestrebt. In Kooperation mit dem örtlichen Weltladen lud ein Trommel-Workshop unter Leitung von Ulrike Steigerwald Interessierte ein, sich auf afrikanische Rhythmen einzulassen.

Mit ihrer Trommelgruppe umrahmte Frau Steigerwald dann auch die Feier der Zertifizierung der Mittelschule zur Fairtrade-Schule.
Zunächst umriss Wolfgang Schmitt im Namen des Schulteams den bisherigen Werdegang. Nachdem vor einigen Monaten der Fairtrade-Gedanke an der Schule „gesät“ war, hätten das neu gegründete, mittlerweile 15-köpfige Fairtrade-Team und die Schüler der diesjährigen 9ma und 9mb viel Engagement investiert, um das Ziel zu erreichen, an diesem Tag im Rahmen des Schulfestes den Titel "Fairtrade-School" zu erhalten.
Auf diesem Weg waren viele Hürden zu überwinden und zuletzt auch manche Klippen zu umschiffen. Der besondere Dank galt an dieser Stelle Christina Schlembach vom Weltladen, die mit Rat und Tat die ersten „Gehversuche“ beim Verkauf von fair gehandelten Produkten unterstützte und auch für den aktuellen Verkauf das Sortiment bestückte. Nach dem weiteren Dank an Ulrike Steigerwald für den Auftritt mit der Trommelgruppe und die Durchführung des Workshops stellten die Mitglieder des Schulteams den bisherigen Weg und die durchgeführten Aktionen noch genauer vor.

Danach überbrachte Frau Schlembach die Grußworte von Transfair Deutschland und überreichte die Anerkennungsurkunde. Sie dankte dem Schulteam für das große Engagement, den Fairtrade-Gedanken und die Bemühungen um mehr Gerechtigkeit und eine bessere Bildung für alle auf der
Erde bekannter zu machen, und stehe der Schule und dem Fairtrade-Team gerne weiter mit Rat und Tat zur Seite.

Die Mittelschule wurde somit als 405. Schule Deutschlands in den Kreis der Fairtrade-Schulen aufgenommen und ergänzt die Bemühungen Marktheidenfelds, die seit dem 10. Juni 2016 Fairtrade-Stadt ist.

Festlegung des Angebots

Festlegung des Fairtrade-Angebots

Am 24. Juli 2017 traf sich das Fairtrade-Team um die Weichen für das Produktangebot im noch zu beschaffenden Fairtrade-Automaten zu stellen.

Nach einem Bericht über den Fairtrade-Verkauf und die Ergebnisse der anschließenden Umfrage wurde diskutiert, bewertet und abgestimmt, welche 10 Produkte für den dauerhaften Verkauf in der Aula vorgesehen werden:

Sehr schnell legten die Teammitglieder fest, dass die 5 mit Abstand meistverkauften Produkte auf jeden Fall im Automaten angeboten werden sollen. Dies waren u. a. die Verkaufsschlager Cost Rica Cola, Schokoriegel Kids, der Doblito-Keks und die Manioc Exotic Chips. Da die fair gehandelten Getränke in der Umfrage sehr gefragt waren, werden auch Orangensaft und ggf. eine Limo ins Sortiment aufgenommen. Abgerundet wird das Angebot durch zwei verschiedene Fruchtgummis und die Neapolitaner-Waffeln.

Die Betreuung des Automaten werden voraussichtlich die Schüler des Fairtrade-Schulteams und deren Klassenkameraden übernehmen.

...endlich ist er da!

Gründung des Schulteams

Gründung des Fairtrade-Schulteams

Am 29.05.2017 traf sich das Fairtrade-Schulteam der Mittelschule Marktheidenfeld zum ersten Mal und gründete sich offiziell.

Den Weg zur Fairtrade School begleiten verantwortlich sieben Schülerinnen und Schüler der Klassen 8m und 9mb und deren Klassenlehrer, die Schulleiterinnen, die Schulsozialarbeiterin, sowie ein Elternvertreter bzw. Hausmeister.

Folgende Punkte wurden in der Sitzung angesprochen bzw. angestoßen:

·         Vorstellung des Weges zur Fairtrade-School anhand der 5 Kriterien

·         Übersicht über die möglichen Anknüpfungspunkte im Lehrplan der Mittelschule in den Bereichen GSE, PCB, Religion/Ethik, sowie Deutsch, Kunst und die berufsorientierenden Zweige unterschiedlicher Jahrgangsstufen

·         Kurzbericht, dass die Umstellung des Lehrerkaffees auf Fairtrade-Produkte bereits erfolgt ist

·         Planung, in der Aula einen eigenen Automaten nur für Fairtrade-Produkte aufzustellen

·         Probeessen von diversen Produkten aus dem örtlichen Weltladen; Erstellung einer Vorauswahl

·         Planung eines Fairtrade-Verkaufs in der Woche vom 10.-14.07.17 mit anschließender Umfrage bei den Schülern

·         Planung, an der Fairtrade-Woche vom 15.-29.09.2017 teilzunehmen (ggf. Infoveran-staltung oder Projekt).

·         Schulfest am 07.10.2017 anlässlich der Einweihung des neuen Ganztagesgebäudes mit Fairtrade-Stand und –Aktionen;
Kooperation mit dem Weltladen

·         Information über bereits durchgeführte Fairtrade-Unterrichtssequenzen:
6g – AG Projekte vom 23.03.2017 bis 04.05.2017 in fünf Doppelstunden:
   Was ist Fairtrade? – Erstellung von Infoplakaten für das Schulfest.
8m/g – Kath. Religionslehre vom 30.03.2017 bis 06.04.2017 in drei Einzelstunden:
   Fairtrade im Rahmen des Themas „Dritte Welt“ – Weltläden

 

Als Termin für das zweite Treffen wurde der 24. Juli 2017 festgesetzt.